Neues Unterrichtsfach „Gesundheit“ gefordert

Schon lange wird es gefordert, das neue Unterrichtsfach. Ob es nun Pflege heißt oder Gesundheit, ganz egal. Die Forderung danach wird immer lauter. Und das ist gut so, wie wir im Lehrercafe hinreichend diskutiert haben. Allen voran bemüht sich die Krankenkasse DAK um das neue Unterrichtsfach und belegt in einem aktuellen Präventionsradar, an dem über 7000 Schüler aus 408 Klassen teilgenommen haben, dass Schüler der Klassen 5 bis 10 erhebliche Gesundheitsrisiken aufweisen. Stress wird als Hauptursache für negative Folgen der eigenen Gesundheit bei den Schülern angesehen. So sind Kopf- und Rückenschmerzen sowie Schlafprobleme keine Seltenheit mehr bei den Kindern. Viele Kinder trinken zu viele koffeinhaltige Energiedrinks und nur die Hälfte der Kinder diesen Alters essen regelmäßiges frisches Obst und Gemüse. Der Verbrauch von Fastfood ist enorm hoch.

Der Vorstandsvorsitzende der DAK sagte in einem Interview: „Die Kinder können komplexe Matheaufgaben lösen und fließend englisch sprechen, wissen aber nicht, wie schädlich Zucker und langes Sitzen sind.“ Eine Meinung die wir teilen.

Da lohnt es sich einen Blick nach Sachsen-Anhalt zu werfen. Der größte ostdeutsche Sozial- und Wohlfahrtsverband, die Volkssolidarität, geht hier mit gutem Beispiel voran. Wenn auch der Ansatz ein anderer ist, auf der Suche nach Pflegenden neue Wege zu gehen, ist es doch hier in der Integrierten Gesamtschule Regine Hildebrandt in Magdeburg gelungen, das Fach Pflege als neues Unterrichtsfach in die Stundenpläne der neunten und zehnten Schuljahre zu implementieren. Ein Praktikum müssen die Schüler zum Unterrichtsfach in einer der kooperierenden Einrichtungen absolvieren. Dass hieraus sich Schüler nun nach der zehnten Klasse für eine Pflegeausbildung entscheiden, ist der Wunsch der Organisatoren. Wir sehen allerdings einen weiteren Vorteil für alle Schüler, die diesen Unterricht genießen dürfen im Hinblick darauf, gesundheitlich orientierte Themenbereiche kennenzulernen und, wenn auch nicht beruflich orientiert, so zumindest für den privaten Gebrauch Nutzen aus dem Unterricht ziehen zu können.  Und vielleicht schaffen es die Magdeburger ja, uns einen Weg zu weisen, bundesweit Unterrichtsfächer mit einem Gesundheitsaspekt in deutsche Stundenpläne an allgemeinbildenden Schulen den Einzug zu ebnen. Wir würden es uns sehr wünschen.

LG aus dem Lehrercafe, eure Alexa und Ela Kaffeetasse

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23 Gedanken zu “Neues Unterrichtsfach „Gesundheit“ gefordert

  1. Ich fände es auch sehr wichtig, sich wieder auf den hohen Wert dieser Dinge zu besinnen. Wichtig finde ich auch gemeinsames Kochen und Schulgarten bzw. Schulacker – je nach Infrastruktur. Ich habe als Feuerwehr an mehreren Schulen angekarrtes Kantinenessen gesehen, das den Namen Ernährung nicht verdient und auch nicht gesund sein kann. Danke für das Aufgreifen dieses wichtigen Themas.
    Gestern kam ich an einem relativ kleinen Schul-Lieferbetrieb vorbei. Auf den Chef-Parkplätzen standen ein Hummer und zwei Mustangs. Da kann man schon davon ausgehen, dass der Großteil der Einnahmen nicht in die Qualität des Essens fließt.

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    • Oh je, wie recht du hast. Danke für diesen Kommentar. Wir finden auch, dass man Fächern wie Mathe oder Physik, ohne ihnen ihre Wichtigkeit abzusprechen, einen viel zu hohen Stellenwert einräumt und wesentliche Grundlagen des Lebens völlig außer Acht lässt. Schön, dass du gerade den Schulgarten aufgreifst. Wie viele Kinder denken, dass Kartoffeln auf Bäumen wachsen oder Kühe lila sind🙈. Es gebe hier absolut noch viel mehr Handlungsbedarf. LG

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      • Der Bezug zur Natur wird gestärkt, die Wertschätzung für Nahrungsmittel. Beim Kochen lernt man flexibel zu sein, mit dem auszukommen, was verfügbar ist. Diese Erkenntnisse wirken sich auch auf andere Lebensbereiche aus.
        Wenn dann noch Ethik und Philosophie gelehrt würden, wäre das ein echter Gewinn für die Entwicklung der Persönlichkeit – also Lernen für das Leben. Dazu müssten auch nicht die Kernfächer beschränkt werden. Viele Inhalte könnten integriert werden in Deutsch, Fremdsprachen, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik.

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  2. Traurig, dass es anscheinend die Eltern nicht schaffen, solche Kenntnisse an ihre Kinder weiterzugeben. Vermutlich haben sie sie oft selbst nicht. Deswegen ist es sicher sinnvoll, solche Inhalte in der Schule zu unterrichten. Teilweise, z.B. beim Thema sitzen finde ich jedoch, dass das mehr in den Sportunterricht gehört als in ein neues Fach. Was ich mir schwierig vorstelle, ist, wenn Kinder dann vielleicht zuhause mit dem, was sie gelernt haben, auf Unverständnis stoßen und schnell frustriert sein könnten, weil Mutter,Vater, Oma behaupten, das neu Gelernte sei doch Quatsch.

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  3. Als Biolehrerin mag ich mich an dieser (nötigen! Diskussion derart beteiligen, dass unser/jedes Curriculum von der 5. bis zur 9. (bzw. 10.) Klasse immer wieder die Themen Mensch, Körper und Gesundheit aufgreift. Skelett, Haltung. Atmung, Rauchen. Ernährung, Zuckerkonsum und Körperwahrnehmung, auch gesunde Ernährung. Sinne/Gehirn, Gesunderhaltung und Eu-/Dis-Stress. Immunbiologie, Sexualkunde… Und, und, und. Kein Schuljahr vergeht ohne Anschluss an „das Ich“ der SuS. (Bei uns an der Schule wird das noch vielfach von Präventionsveranstaltungen flankiert.)
    Aus meinen Beobachtungen ist das Vorbild Elternhaus DER Risikofaktor schlechthin, wenn dort strikt anders gelebt wird, hat auch ein Unterrichtsfach „Gesundheit“ leider nur eine belehrende Wirkung.

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    • Schön, dass du auf das Curriculum hinweist. So etwas weiß man ja gar nicht, wenn man nicht in diesem Bereich unterrichtet. Also etliche Inhalte wären hier aufgreifbar…
      Ganz ehrlich, bei meiner Tochter ist bis auf die inneren Organe nicht eins dieser Themen behandelt worden. Unfassbar. Auch wenn die Länder über unterschiedliche Lehrpläne verfügen, werden sie sich doch in etwa decken? Nun denn…

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    • Sicher, eine hundertprozentige Lehrerabdeckung mit Puffer für Krankheitsausfälle sollte im Vordergrund jeglicher Forderungen stehen. Da geben wir dir recht.
      Aber da man hier seit Ewigkeiten gegen Wände läuft und zudem nur Lügen aufsitzt, wenn Bildungsministerien immer wieder gesponnene Zahlenkonstrukte vorlegen, wollten wir mal einen inhaltlichen Blick waren😊

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  4. Hat dies auf Meine Erlebnisse im Altenheim rebloggt und kommentierte:
    Einen ganz neuen Weg gehen einige Schulen in Sachsen-Anhalt auf der Suche nach Pflegenden. Sie binden das Fach Pflege als neues Unterrichtsfach in die Stundenpläne der neunten und zehnten Schuljahre ein. Dazu gehört auch ein Praktikum in einer der kooperierenden Einrichtungen. Wie Alexa und Thea schon sagten: wenn sich die Schüler schon nicht für einen Pflegeberuf entscheiden, so können sie für den privaten Bereich nutzen aus dem Gelernten ziehen.

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  5. Danke für diesen Beitrag!!!!
    Ich finde auch, dass die Gesundheitsvorsorge DRINGEND Schulfach werden muss.
    Und auch der Kochunterricht müsste wieder eingeführt werden.
    Viele junge Leute können nicht mehr kochen, die greifen zu Fertiggerichten.

    Ich könnte mir aber vorstellen, dass wir da noch ewig drauf warten müssen….seufz….

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